Was veranlasst eine Seiteneinsteigerin, noch dazu eine Deutsche, sich in Frankreich als Winzerin behaupten zu wollen? Mut zum Alleingang und vor allem die Herausforderung, mit und in der Natur tätig zu sein, darüber hinaus große Neugier und ein ausgeprägtes Interesse an allem rund um den Wein. Nüchterne Naturwissenschaft ist hier ebenso von Bedeutung wie der Wille zum Experiment, gesicherte Fakten mischen sich mit Unerforschtem und Unerklärbarem, ja mitunter einem Schuß Mystik und Spiritualität.
Kein Jahr, kein Jahrgang ist dem anderen vergleichbar – und das gilt für die Arbeit im Weinberg wie auch für die Vinifizierung. Schon allein wetterbedingt liegen Erfolg und Katastrophe dicht beieinander in diesem Metier, das neben Erfahrung, technischen Kenntnissen und harter manueller Arbeit auch kommerzielles Geschick erfordert.
Woher das Handwerkszeug? Nach einer Hotelfachschule folgte über ein Praktikum die Neuorientierung hin zu einer Beschäftigung bei zwei deutschen Weingütern im administrativen Bereich; nach einigen Jahren Erfahrung führte der Weg dann in die Provence zur Entdeckung des französischen Weinbaus im allgemeinen und der Rhône im besonderen. Nach verschiedenen Tätigkeiten in den Kellern und Weinbergen einiger Rhône- und Languedoc-Winzer, untermauert durch den Besuch einer Weinbautechnikerschule, kam es im Winter 2001 mit dem Kauf der Martinelle zur Verwirklichung eines Traums – nämlich mit Freunden und Familie ein eigenes Projekt realisieren zu können ...